Es ist doch wie verhext.
Im Dezember 2024 erhielt ich auf Nachfrage eine schon 2021 formulierte Antwort auf die Frage, ob es denn einen Wochenmarkt auf dem Otto-Weidt-Platz geben wird oder geben kann:
(...) Eine Nutzung als Marktplatz wird jedoch kritisch gesehen, da die Befestigung des Platzes aus Kleinsteinpflaster besteht. Bei häufiger Nutzung durch die Fahrzeuge der Marktleute ist dieses auf Dauer nicht ausreichend widerstandsfähig. (...)
Im November letzten Jahres habe ich mich dann mit der MdA Gebel und dem Bezirksstadtrat für Ordnung, Umwelt, Natur, Straßen und Grünflächen, Herrn Schriner (beide Grüne), getroffen. Hier zeigte sich Herr Schriner deutlich offen und wollte einem entsprechenden Vorhaben grundsätzlich nicht im Wege stehen.
Daraufhin stellte mir Frau Voigt, die Betreiberin des Wochenmarktes am Nordbahnhof, im März dieses Jahres auf dem Platz ihr Konzept vor und erklärte, dass sie nun ein Gesuch eingereicht habe und guter Dinge sei.
Stadtrat, Politik und nicht zuletzt die Anwohner sind dafür – was kann dann schon schiefgehen?
Tja, wie sich herausstellte: Einiges. Und es lag nicht an einem fehlenden Stromanschluss.
Gegen Ende April musste ich im Tagesspiegel Folgendes lesen:
Wochenmarkt kann nicht stattfinden, weil Pflaster im Neubauviertel angeblich ungeeignet ist.
Außerdem:
Das Bezirksamt hat den Markt abgelehnt
Das ist ja interessant und erinnert stark an die Antwort aus dem Jahr 2021.
Ich habe Herrn Schriner und Frau Gebel direkt angeschrieben. Gebel antwortete:
Ich habe gestern mit (...) Schriner gesprochen. (...) [Er] teilt weiterhin das Ziel eines Marktes dort.
Also wie denn nun? Da scheint sich jemand aus dem Bezirksamt zu denken: „Mir doch egal, wer über mir Stadtrat ist“.
Gegen diese Blockadehaltung formiert sich jedoch politischer Widerstand. Passend dazu hatte ich mich kurz zuvor mit Ephraim Gothe (ebenfalls Bezirksstadtrat in Mitte, zuständig für Stadtentwicklung) sowie Tilmann Häußler, AGH-Kandidat (beide SPD), getroffen, um über die brennenden Themen im Kiez zu sprechen (hier werde ich noch separat berichten).
Im Nachgang dieses Treffens brachte Tilmann Häußler prompt einen Antrag zum Markt in die Bezirksverordnetenversammlung (BVV) in Mitte ein. Und wie sich herausstellte, steht die SPD mit ihrem Frust nicht alleine da: Auch die Grünen und die CDU machen mit Initiativen (hier und hier) Druck.
Das Ganze ist für die Sitzung am 21.05.2026 geplant. Das Bezirksamt Mitte, welches den Markt abgelehnt hatte, wird durch die BVV kontrolliert und muss sich dort nun entsprechend erklären. Ich bin mal gespannt, was dabei herauskommt.